Es ist mittlerweile evident, dass unsere aktuellen Symptome, Krankheiten, Lebens-Probleme ursächlich in schweren, traumatischen Erfahrungen, erlebt in unserer frühen und frühesten Kindheit, liegen. Sie sind biografisch einzuordnen und finden über einen längeren Zeitraum, auch in unterschiedlichen Stufen statt. Anders als bei einem Schocktrauma, das auf ein einzelnes Ereignis zurückzuführen ist.
Um diese meist schweren Traumata (seelische und körperliche Verletzungen) wie fehlende Bindungen, Vernachlässigungen, Gewalt, ganz frühe Krankenhausaufenthalte und vieles mehr, überleben zu können, haben wir ganz früh und unbewußt Überlebensstrategien entwickelt. Wir haben uns als Babys, kleine Kinder vor nicht aushaltbaren Schmerzen durch Abspaltung geschützt. Und mit adaptiven Überlebensstrategien - d.h., Anpassung an die schwierigen Umstände - konnten wir unser Leben retten. Aber das, was früh in unserem Leben notwendig war, ist im späteren Leben für die Entwicklung eines autonomen Selbst leider komplett hinderlich und einfach dysfunktional. Es wird das Wachsen der eigenen Authentizität, der eigenen Identität und somit ein erfülltes, gesunden Leben verhindert und verunmöglicht.
Entwicklungstraumata beginnen durch fehlende stabile und sichere Bindungen. Solch eine Bindung ist lebensnotwendig, denn darüber lernen wir, mit uns selbst in Kontakt zu kommen. Wir lernen, unsere Bedürfnisse, Gefühle, Impulse, Instinkte fühlen zu dürfen durch positive Spiegelung und ihnen zu vertrauen durch ein zugewandtes, verstärkendes Gegenüber. Wenn dies nicht stattfindet, können wiruns nicht fühlen oder wahrnehmen und bleiben ein Leben lang auf ein Außen fokussiert, von dem wir abhängig sind und dem wir uns anpassen müssen - in welcher Form auch immer. Dafür müssen wir uns, unsere Bedüfnisse verleugnen. Und das Aufgeben unserer Bedürfnisse ist eine weitere Folge - es ensteht ein Verleugnen derselben und wir passen uns an die Bedürfnisse der Bezugspersonen an. Diese sind wichtig, nicht wir selbst. Dieses sich verbiegen müssen, verleugnen müssen, erzeugt körperliche und seelische Qualen. Und je länger diese dauern, desdo mehr entstehen Symptome, psychische und physische Krankheiten, sogenannte Traumafolgestörungen.